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Xicution Review

Starker Death Metal durchzogen von etwas zu viel Füllmaterial.

 

XICUTION bietet feinen Oldschool Death Metal und feuert uns dieser Tage mit „For The World Beyond“ den dritten Langspieler um die Ohren. Gegründet ursprünglich im Jahr 2011 von Jano Zombie und Sio in Brandenburg, erschienen schnell mit „Posterity“ und „Zombie War“ zwei Langspieler, bevor sich die inzwischen zum Quartett gewachsene Band in einer längere Pause verabschiedete, die nur von ein paar Singles und Split-EPs überbrückt wurde. Doch die Ruhe in Eberswalde ist vorbei, denn das dritte Langeisen ist eine deftige Todesstahl-Abreibung geworden.

Los geht es aber erst einmal mit einem kurzen Zombie-Intro – irgendwie scheinen es Zombies der Band ganz gewaltig angetan zu haben – bevor ‚First Kill‘ und ‚Decaying Entrails‘ mit rasanten Riffs, brutalem Drumming und wilder Double-Bass die Attacke auf die Nackenmuskeln eröffnen. ENTRAILS ist dabei übrigens ein gutes Stichwort, denn mit ihrem Mix aus knüppelhartem Death Metal und eine ganz dezenten Portion „Melodie“ erinnern mich die Brandenburger durchaus an die schwedischen Kollegen, die unter diesem Banner die Metalwelt unsicher machen. ‚Leichenlager‘ geht dagegen in eine deutlich oldschooligere Richtung und stampft wütend und leider auch etwas uninspiriert durch die Gegend, weswegen die dritte vollwertige Nummer nicht das hohe Niveau der eröffnenden Minuten halten kann.

Wo wir gerade von vollwertigen Songs sprechen: Davon gibt es auf „For The World Beyond“ nicht so viele, wie es die Trackliste verspricht, denn neben dem Intro sind auch ‚Taste Of Sin‘, ‚Fear The Living‘ und ‚Chaos Arise‘ nur kurze instrumentale und teilweise mit Soundeffekten ausgeschmückte Zwischenspiele, die in meinen Ohren zu oft eingestreut werden und damit den Hörfluss immer wieder brechen. Dazwischen halten sich Highlights wie das wunderbar atmosphärische ‚Whisper In The Dark‘ mit eher uninspirierten Death-Metal-Stampfern wie ‚Cannibal Instinct‘ die Waage, während ‚Slaughter To Exist‘ in der Mitte der Scheibe einen wohltuenden Ausflug in groovige Gefilde der Marke SEPULTURA unternimmt.

Netto geht „For The World Beyond“ damit unter dem Strich mit mehr Glanzlichtern als Stinkern über die Ziellinie, was allerdings auch an der extrem kurzen Spielzeit liegt, die eher zu einer EP als einem vollen Album passen würde. Da hätte sich sicher mancher Fan nach so langer Wartezeit weniger Zwischenspiel-Füllmaterial und mehr starke Tracks der Marke ‚Whisper In The Dark‘ gewünscht. Dennoch darf das dritte XICUTION-Langeisen von Freunden und Freundinnen klassicher Todesstahl-Töne angetestet werden, denn in den starken Momenten müssen sich die Brandenburger vor namhafter Konkurrenz nicht verstecken.

 

Note:
7.00
Redakteur:
Tobias Dahs

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