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Drill Star Autopsy „DevilGod Inc.“

Ha! Erwischt! Die erste Death / Thrash Band, die NICHT bei Metal Archives zu finden ist…ein Omen?
Wenn dann hoffentlich ein Gutes, denn Drill Star Autopsy sind damit noch frisch, neu, nicht gebrandmarkt
und unverbraucht auf dem Tableau und können somit das Feld gewaltig von hinten aufrollen,
was ihnen mit ihrem endlich vorliegenden Debüt „DevilGod Inc.“ mehr als gelingen sollte.
2014 gegründet und bereits 2015 beim 2.Tag auf dem Chroncial Moshers mit viel Applaus bedacht,
haben sich die Eislebener nun doch ein wenig Zeit gelassen, um die damals gewonnenen
Liveeindrücke endlich auf Polycarbonat zu bannen und den Leuten, die bislang noch nichts
mit der Combo anfangen konnten, zu zeigen, wo Bartel den Most herholt,
denn trotz einiger Anleihen aus dem oldschooligen Schweden-Death der Sorte 
HypocrisyAt the gates oder den gaaaaanz alten In Flames halten die Jungs aus
Sachsen Anhalt wenig davon, diese einfach nur profan abzukupfern,
sondern garnieren diese mit vielen eigenen Ideen und kleinen Core-Anleihen,
so dass das Endprodukt richtig abwechslungsreich daherkommt und keineswegs wie ein
08/15 Abklatsch wirkt. Allein dafür gebührt den Südharzern (nein, sie riechen nicht so…) ein großes Handgeklapper.

Bei „End of humanity“ beispielsweise blieb mir nichts anderes übrig, als mit dem guten Kopfhörer bewaffnet
beim wöchentlichen Staubsaugen das Saugrohr als Gitarre zu missbrauchen und wie wild durch das
Wohnzimmer zu moshen…um natürlich nicht zu realisieren, dass die Dame des Hause die ganze Zeit
hinter mir stand und Goatseidank nicht so schnell die Videotaste an ihrem Handy fand, um diese
etwas kurios anmutende Szene für die Nachwelt festzuhalten. Doch exakt das ist es, was die Mucke
der Jungs ausmacht: Trotz exorbitanter Härte und gelegentlichen Blast-Ausflügen vergessen
Drill star autopsy nicht, mit einem schlemischen Grinsen die Groovekeule zu schwingen und
somit für mächtig Bewegung in den Gehwarzen zu sorgen. Und das macht Spaß, fetzt und macht
DevilGod Inc.“ zu einer der besseren und vor allem kurzweiligsten Veröffentlichungen des Genres
im Jahre 2018 und sicherlich zu einem Anwärter auf den Newcomer Preis in diesem Jahr.

Lediglich das Cover finde ich ein wenig zu schlicht, da sehe ich durchaus noch Verbesserungspotential.
Doch das ist dann aber tatsächlich ein winzig kleiner Wehrmutstropfen in einer ansonsten mehr als
wohlschmeckenden Suppe, die sich Drill Star Autopsy da eingebrockt haben und die man mit
Genuss und Schmackes gerne und öfter auslöffelt. Die Produktion ist fett, vor allem der Drumsound
gefällt mir außerordentlich gut und die Tatsache, dass der von mir im Moshers Bericht als
angeschossenes Rhinozeros betitelte Frontmann Sascha Schettler hier die damals schon gezeigte
Energie 1:1 rüberbringt, gebührt Anerkennung und Respekt. Ebenso der Fakt, dass er im Mittelteil
von „Circle of salvation“ klingt wie der junge Eddie Vedder. Fantastisches Debüt,
welches ich uneingeschränkt zur Weiterempfehlung freigeben kann.
Bewertung: 9,0 von 10 Punkten

http://www.zephyrs-odem.de/cd-s/detail/drill-star-autopsy-devilgod-inc-2018-8505/#.XA1IZ9tKiUk

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